Gemeinsam tragen wir Verantwortung füreinander 1.9.2026
Bildrechte: HPV-RLP e.V. - Gezeigt werden die Vortragenden Uwe Vilz (linkes Bild) und Frau Dr. Birgit Weihrauch (rechtes Bild)
Der Hospiz- und PalliativVerband Rheinland-Pfalz e.V. hat am 1. September 2026 zu einem Fachtag in den Erbacher Hof in Mainz eingeladen.
Unter dem Motto „Sorgende Gemeinschaft – Ideen teilen. Vernetzen. Gestalten“ diskutierten Mitarbeitende von Hospizdiensten und Einrichtungen der Palliativversorgung, Vertreter von Kommunen, Krankenkassen, Sozialministerium und Kirche lebendig über Möglichkeiten und Herausforderungen von sog. „Sorgenden Gemeinschaften“ im Interesse sterbender und trauernder Menschen.
In ihrem Impulsvortrag nahm Dr. Weihrauch, Staatsrätin a.D. und Mitautorin der „Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland“ Bezug auf die Charta wie auch die Erfahrungen der Caring Community in Köln, in deren geschäftsführendem Vorstand sie tätig ist In der Handlungsleitlinie der Charta zu Sorgenden Gemeinschaften wird aus der Compassionate City Charter zitiert: „Eine mitfühlende Stadt ist eine Gemeinschaft, die anerkennt, dass Fürsorge füreinander in Zeiten von Krise und Verlust nicht nur eine Aufgabe des Gesundheits- und Sozialwesens ist, sondern in der Verantwortung aller liegt.“
Im Anschluss an den Vortrag zeigte Anita Ludwig vom Hospizverein Neuwied, wie aus den Charta-Ideen echte und wirksame Netzwerke entstehen können, die tragfähig sind. In Neuwied gehört eine multiprofessionelle Zusammenarbeit im Sinne des § 39d SGB V (der die Förderung von Netzwerken durch die Kommunen und Krankenkassen regelt) zur gelebten Praxis. Sie dient nicht nur den sterbenden Menschen und ihren An- und Zugehörigen, sondern alle Mitwirkenden im Netzwerk profitieren voneinander.
In den Workshops stellten sog. Pioniere aus dem Bistum Speyer vor, mit welchen Ideen und Ressourcen Kirche sowohl im ländlichen wie auch im städtischen Raum Menschen und Institutionen so vernetzt, dass eine vertrauensvolle und einander helfende Gemeinschaft entsteht.
Amaia Limberger von der AOK Rheinland-Pfalz/Saarland erläuterte, wie man gemeinsam die Herausforderungen meistern kann, die sich im Bemühen um Sorgende Gemeinschaften stellen können und was es bei einer Förderung der Netzwerke zu beachten gilt.
Fabia Heischling vom Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen, Familie und Jugend in Rheinland-Pfalz informierte zu Unterstützungsmaß-nahmen des Landes beim Aufbau und der Weiterentwicklung verschiedener Formate Sorgender Gemeinschaften.
Aus der Praxis berichtete Albert Gomille von der Gemeinwesendiakonie, wie wirksam Teilhabe im Rahmen von lebensweltorientierter Quartiersarbeit das friedliche und demokratische Zusammenleben erleichtert.
Am Ende der Veranstaltung äußerten zahlreiche Teilnehmende die Hoffnung, dass sich die Idee der Sorgenden Gemeinschaften im Land Rheinland-Pfalz weiterverbreitet und die Hospizarbeit und Palliativversorgung als wichtiger Teil wahrgenommen werden.
Weiterhin betonte der Vorsitzende des Hospiz- und PalliativVerband Rheinland-Pfalz, Uwe Vilz: „Das Vernetzen unterschiedlicher Akteure gehört zum Alltag der Mitarbeitenden in Hospiz- und Palliativeinrichtungen. Dieses wertvolle Knowhow kann einen großen Beitrag zum Gelingen Sorgender Gemeinschaften vor Ort leisten. Wir sind gerne bereit, unseren Teil bei der Bewältigung sozialer Herausforderungen und der Daseinsvorsorge zu leisten.“